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Die Mitgliederversammlung des DSV lässt so manche Frage offen

Erstellt von Lars Schwarz/Wolfgang Hein | | Berichte/News/Termine

Am vergangenen Samstag fand die 4. Mitgliederversammlung des Deutschen Schwimmverbands nach neuer Satzung virtuell statt. Im Nachhinein bleiben dabei viele Fragen zur künftigen finanziellen Situation des Verbands und einer Strategie für die positive Entwicklung des Wassersports offen.

Bereits zu Beginn der Versammlung wurde der Dringlichkeitsantrag des Hessischen Schwimmverbandes (HSV) abgeschmettert. Die Hessen wollten eine Beitragserhöhung um 20 Cent zur Finanzierung einer Bundestrainerstelle für das Synchronschwimmen durchsetzen. Hintergrund ist, dass im Zuge der POTAS-Analyse zur Bewertung der olympischen Sportarten, Synchronschwimmen auf dem letzten Platz eingestuft wurde. Damit erhält diese Sportart außer einer Grundförderung in Höhe von 85.000 Euro, sowie 5.000 Euro für Honorarkräfte, in Zukunft keine weiteren Mittel aus dem Bundeshaushalt.

Bei genauerem Hinsehen stellte sich dieser Schachzug als ein durchsichtiges Spiel heraus: Das Präsidium des DSV könnte Haushaltsmittel aus der Rücklage des DSV einsetzen, wenn es denn Synchronschwimmen fördern will. Präsident Wolfgang Hein dazu: „Der LSN wird auch weiterhin das Synchronschwimmen auf Landesebene fördern, weil es eine sehr schöne Sportart ist, auf die wir in Niedersachsen nicht verzichten werden. Einer Beitragserhöhung werden wir aber nicht zustimmen, da es keine fundierte strategische Finanzplanung des DSV gibt und der LSN seinen Haushalt nicht weiter belasten kann".

Während der Haushalt 2020 auch mit dem Segen der Kassenprüfer und einem leichten Überschuss genehmigt wurde, lässt der Haushaltsentwurf 2021 viele Fragen offen. So konnte die Vizepräsidentin Bossmann beispielsweise nicht erklären, warum keine Rückstellung für die drohenden Kosten aus dem Rechtsstreit mit dem entlassenen Direktor Leistungssport Kurschilgen auftauchen. Die Rechnungsprüfer hatten dies empfohlen, da es sich um ein bedeutendes Risiko handelt.

Durch die Folgen der Corona-Pandemie fehlen dem DSV darüber hinaus ca. 750.000 Euro an Lizenzeinnahmen. Eine Strategie, diese Lücke durch Verringerung der Kosten oder Verbesserung der Einnahmensituation zu schließen, lässt sich dabei im DSV leider nicht erkennen. Es bleibt für die Versammlungsteilnehmer unklar, warum vor dem Hintergrund der aktuellen pandemischen Lage der Haushaltsentwurf für 2022 weiterhin mit den Lizenzeinnahmen der Jahre vor 2020 rechnet.

Mit dem Amtsantritt im November 2020 hatte der derzeitige DSV-Vorstand angekündigt, die Sportentwicklung außerhalb des Leistungssportes stärker in den Vordergrund des Verbandes rücken zu wollen. Eine Satzungskommission war eingerichtet worden, deren Aufgabe darin bestehen sollte, die kleineren Schwächen der Satzung von 2018 aufzuarbeiten, um daran anschließend ab 2022 eine breite Strukturdebatte im Verband zu führen. Die Präsentation während der Versammlung machte zwei große Schwächen deutlich:

1. Die Wettkampfsportabteilungen sollen wieder einen größeren Einfluss auf den Leistungssport erhalten. Damit werden Grundsätze der POTAS-Bewertungen verletzt, was zu einer Reduzierung der finanziellen Unterstützung aus dem Bundeshaushalt führen kann.

2. Über die Sportentwicklung (Breitensport u.a.m.) fand sich keinerlei Aussage. Dieser Sachverhalt führte zu einer deutlichen Kritik seitens des LV NRW. Offensichtlich wird erneut der Fehler begangen, dass zunächst eine Satzung umfänglich geändert werden soll, ohne vorherige Festlegung einer Strategie für die Zukunft. Für einen Lichtblick sorgte der frühere Vizepräsident Finanzen Peter Obermark. Er hatte mit einer kleinen Arbeitsgruppe die wirtschaftlichen Zusammenhänge zwischen dem DSV, dem früheren Vermarkter Grewe sowie der heutigen Roughwater& GmbH aufgerollt, um den Versammlungsteilnehmern die Rolle des DSV zu erklären. Im Ergebnis eine für alle erleichternde Feststellung des ehemaligen Wirtschaftsbosses

Das Modell sei so gut, „da würde ich bei der nächsten Kapitalaufstockung sofort Geld anlegen wollen“. Seine Prognose war entsprechend optimistisch, wenn die Geschäftsführung einen guten Job mache, würden die Rückflüsse aus der Gesellschaft höher sein als zu früheren Zeiten. Für den LSN-Präsidenten eine gute Aussicht, war er doch als Vizepräsident des DSV an der Entwicklung des Modell beteiligt. Wegen des mangelnden Verständnisses hatte es in den vergangen Monaten häufig Kritik an dem Konstrukt gegeben.  

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