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Der deutsche Wasserball-Meister heißt Waspo 98 Hannover

Erstellt von Wolfgang Philipps | | Startseite

Der deutsche Wasserball-Meister hat erneut gewechselt und heißt jetzt wieder Waspo 98 Hannover: Die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer gab sich im vierten Endspiel vor heimischer Kulisse beim glatten 11:9 (2:2, 5:3, 3:1, 1:3)-Erfolg gegen Titelverteidiger und Rekordgewinner Wasserfreunde Spandau 04 keine Blöße und hat die „best of five“-Serie mit 3:1 vorzeitig zu ihren Gunsten entschieden. Vor 300 Zuschauern im ausverkauften Volksbad Limmer konnten die bereits 2018 siegreichen Niedersachsen auf gleich sieben verschiedene Torschützen bauen und hatten zwischenzeitlich bereits mit 11:6 geführt.

Der klare Spandauer 12:9-Sieg im dritten Endspiel hatte zu einigen Gedankenspielen geführt und die historisch beispiellosen Szenarien einer fünften Finalpartie (Auswärtssieg Hannover oder abgewehrter 0:2-Rückstand durch Spandau) hervorgeholt, doch am Ende kam es zu jenem 3:1-Gesamtsieg, den der ASC Duisburg beim Titelgewinn 2013 vorexerziert hatte. Beide Mannschaften vertrauten den Aufstellungen der Sonntagsbegegnung, doch die heutige Partie lief völlig anders: Waspo 98 ließ sich weder von der jüngsten Niederlage, dem regnerischen Wetter oder kleinerer Anfangsnervosität beeindrucken.

„Wir hätten heute noch 20 Viertel spielen können und nicht gewonnen“, bescheinigte Spandaus Vereinspräsident Hagen Stamm den Hausherren einen „verdienten Sieg“. In dem lange toramen Auftaktviertel führte Spandau 04 einzig beim 2:1 (7.) einmal kurzzeitig, allerdings bekam Waspo 98 in der Folge immer besser Zugriff auf das Spiel und schenkte den Berlinern trotz der nur bedingt angreiferfreundlichen Witterung im zweiten Abschnitt gleich fünf Treffer ein. Beim Zwischenstand von 5:3 (13.) lag Waspo erstmals mit zwei Toren in Front und ging mit einem 7:5-Vorsprung und in die zweite Viertelpause.

Die zweite Halbzeit sollte an den Gästen dann nahezu vorbeilaufen: Hannover legte drei Treffer in Folge nach, Spandau gelang im Angriff gegen die gut stehende Waspo98-Verteidigung um Schlussmann Moritz Schenkel so gut wie nichts mehr. Der faktische vorzeitige K.o. ereilte die Gäste bereits in der 22. Spielminute in Form von Aleksandar Radovic, als ein in Zeitnot abgegebener Gewaltwurf des viermaligen DWL-Torschützenkönigs aus acht Metern Entfernung zum 10:5 ins Tor abgefälscht wurde.

Nach einem 10:6-Pausenstand erhöhte Jorn Winkelhorst zu Beginn des Schlussabschnitts auf 11:6 für die Seehafer-Sieben, so dass den Berlinern nun vollends die Felle davonschwammen. Spandau ging vollends ins Pressing über und verkürzte in den letzten vier Spielminuten mit drei Toren in Folge noch auf 9:11 (31.). Die Hausherren hatten allerdings in dieser Phase angesichts der deutlichen Führung die eigenen Angriffsbemühungen zugunsten möglichst langen Ballbesitzes weitgehend eingestellt, was die Spieler entspannter sahen als die Zuschauer.

Damit setzte sich am Ende die Mannschaft, die sich zu Saisonbeginn auf mehreren Positionen verändert hatte, gegen das Team durch, das zwischen dem Saisonabbruch und dem Neustart mehrere schmerzhafte personelle Umstellungen hatte vornehmen müssen. Sportlich entscheidend für den Waspo98-Erfolg in der Finalserie war neben der Abwehrarbeit auch das Faktum, dass aktuell so viele Spieler wie wohl noch nie in der mittlerweile 45-jährigen Erstliga-Historie der Niedersachsen in der Lage sind, in wichtigen Spiele Tore zu werfen.

Im Vorfeld und auch vor Ort wurde vielfach die Meisterschaft von 1993 (damals mit Trainer Karsten Seehafer als Spieler und Vereinspräsident Bernd Seidensticker als Trainer) beschworen, da diese anders als der Titelgewinn von 2018 ebenfalls hier im Volksbad Limmer errungen wurde. Nach dem erneuten Meisterschaftsgewinn befinden sich aktuell alle drei nationalen Titel im Besitz von Waspo 98 Hannover, die damit zugleich sieben der acht zuletzt ausgespielten Wettbewerbe gewonnen haben. Spandau kann allerdings noch in diesem Monat vor heimischer Kulisse zurückschlagen, wenn am 26./27. September in Berlin der deutsche Pokalsieger 2020 ausgespielt wird – ein Wiedersehen beider Teams ist vorprogrammiert.

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