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Brustschwimmen- Tipps und Tricks Nr. 1

Erstellt von Dennis Yaghobi | | Startseite

Keine der vier Schwimmarten wird immer wieder so heiß diskutiert wie das Brustschwimmen. Warum dies so ist und welche Tipps wir zum Brustschwimmen geben können, lest ihr in unserem heutigen Artikel.

 

Brustschwimmen als Erstschwimmart?

Ist das Brustschwimmen als Erstschwimmart sinnvoll? Das ist wohl die meistgestellte Frage in Deutschland, wenn es darum geht das Seepferdchen Abzeichen zu erreichen. Kann man Kindern im Kindergartenalter das Schwimmen mit der Brusttechnik beibringen? Ja, definitiv. Kann man das Schwimmen mit der Rücken-, oder Kraultechnik beibringen? Auch ein klares Ja. Aber weshalb gibt es dann immer wieder so viele Diskussionen darüber, mit welcher Schwimmtechnik Kinder ihre ersten Erfahrungen machen sollten, bzw. welche die Erstschwimmart werden soll?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir verschiedene Blickwinkel einnehmen.

Ein simpler Weg die Kinder recht problemlos in das ungewohnte aber interessante Element zu bekommen, ist es, die Kinder sich mit dem Kopf über im Wasser bewegen zu lassen. Die Haare, Ohren, Mund und Augen bleiben trocken und man kann sich zumindest über Wasser orientieren. Hierbei ist es dann logisch sich mit beiden Armen und Beinen im Gleichzug fortzubewegen, um möglichst wenig Auf- und Abbewegung des Körpers zu erzeugen, was wiederum zu ungewollten Spritzern und abrupten Abbrüchen der Schwimmbewegung führen würde.

Für die Kursleitung ist es mit den vielen Köpfen über Wasser auch übersichtlicher um die Rasselbande von außerhalb des Beckens im Blick behalten zu können.

Nachteile vom Brustschwimmen als Erstschwimmart

Aber hier hören die Vorteile unserer Meinung nach auch schon auf. Denn, spätestens wenn es um die Orientierung und das Tauchen geht, ist man mit dem Brustschwimmen mit Kopf über Wasser nun an dem Punkt angelangt, wo man sowieso unter Wasser die Augen öffnen muss.

Möchte man die Kinder mit dem Wasser wirklich vertraut machen, auch mit Hinblick auf langfristig gutes Schwimmen Können, oder sogar leistungssportlicher Grundausbildung, dann führt unserer Meinung nach, kein Weg an einer Schwimmausbildung mit Elementen aus dem Kraul- und Rückenschwimmen vorbei. Denn hierfür müssen die Kids wirklich an das Wasser gewöhnt werden, müssen sich sowohl über als auch unter Wasser wohl fühlen, zudem ist die Nähe zu unserer alltäglichen Bewegungsform der alternierenden Wechselbewegung von Armen und Beinen gegeben, was zusätzliche Sicherheit vermittelt.

Was wir aber immer raten ist, die Brustarmbewegung recht früh zu integrieren, nach Möglichkeit natürlich schon mit dem Ausatmen ins Wasser.

Weitere kritische Punkte die wir gegen das Erlernen des Bruststils als Erstschwimmart sehen, ist die Gefahr, dass sich die nervige Scherbewegung automatisiert und der kindliche Kopf oftmals noch viel zu groß im Verhältnis zum restlichen Körper ist, so dass die Wasserlage vielmehr einem Wasserstehen ähnelt und der Kopfstellreflex auf das Äußerste geprüft wird.

Auf gar keinen Fall Brust als Erstschwimmart anwenden?

Nicht unerwähnt lassen, wollen wir an dieser Stelle, dass es auch selbstverständlich viele TrainerInnen in unseren Reihen gibt, die für sich den bestmöglichen Weg gefunden haben, um auch mit dem Brustschwimmen als Erstschwimmart, total erfolgreich zu sein, unser Fingerzeig ist auch vielmehr in Richtung „Wir wissen wie es einfacher geht!“, denn wir vom LSN möchten ja gerne die bestmögliche Schwimmausbildung für alle vier Lagen gewährleisten und hier hat sich das Beginnen mit Schwimmbewegungen als alternierende Bewegung, bewährt.

Die Gleitlage ist das A und O beim Brustschwimmen

Wenn es dann aber richtig losgeht mit dem Brustschwimmen, als für den Wettkampf nutzbare Schwimmart, gibt es viele, interessante, abwechslungsreiche, herausfordernde aber auch langfristig gesehen, sinnvolle technische Übungen, um vor Allem die Ausführung des Beinschlags zu verinnerlichen, ebenso wie die Ganzkörperwellenbewegung zu verstehen und dann das Allerwichtigste wenn es später mal in Richtung Deutsche Meisterschaften und aufwärts gehen soll, das perfekte Timing.

Was bei den anderen drei Lagen schon gilt; es gibt nur Leitbilder aber keine Schablonen die für Jedermann anwendbar sind, gilt beim Brustschwimmen in fett geschrieben und doppelt unterstrichen noch umso mehr. Bei keiner anderen Lage finden wir bei den internationalen Top-Events so viele verschiedene Technikausführungen, was die Armrückführung, die Beinschlagbreite, das Anschwingen der Unterschenkel, dem Timing des Beinschlages, der Ausprägung der Ganzkörperwellenbewegung, dem Hineindrücken von Kopf und Brustkorb, dem Ausstellen der Füße und letztendlich auch dem Timing zwischen Ende der Beinbewegung und dem erneuten Ansetzen der Armöffnung anbelangt.

„Schön, dass es so viele Ansatzpunkte gibt, aber worauf sollte ich denn nun zuerst achten, wenn meine Schwimmgruppe mit dem Brustlernen beginnt?“, könnte man sich nun fragen. Die Antwort lautet: „Wie bei allen Schwimmstilen, Ankerpunkt Nr. 1 ist die Wasserlage!“.

Wenn das Schwimmkind in der Lage ist, immer wieder nach der Arm- und Beinbewegung in die individuell beste Wasserlage zu finden und diese auch wieder problemlos mit einem guten Arm- und Beinschlag verlassen zu können, haben wir diesen Punkt schon einmal erledigt. Dabei geht es natürlich schon um Einzelheiten wie Kopfhaltung in der Gleitphase, Hand- und Armpositionierung, Höhe der Hüfte und der Beine. Hier sieht die optimale Lage bei jedem individuell, anders aus.

Tipp Nr.1:

Um die optimale individuelle Gleitlage herauszubekommen, lasst die Schwimmkids vom Beckenrand abstoßen-nicht wie beim SMK oder JMK auf 5 oder 7,5m, sondern kürzer, eher 2,5m (10 Fliesen am Beckenrand). Nun lasst die Kids mit drei verschiedenen Varianten abstoßen, wobei ihr jedes Mal die Zeit nehmt und das Resultat auf Schnelligkeit hin vergleicht. Wichtig hierbei ist, es muss sich direkt an der Wasserfläche abgestoßen werden. Die Variation kann die Kopfstellung sein (nach vorne, nach unten, oder nach schräg-vorn unten). Ebenso die Hüft- oder Beinhaltung (etwas ins Hohlkreuz, Po anspannen, Waden hochdrücken). Beim dritten Punkt gibt es die größten Unterschiede. Die Hand-, Arm- und Oberkörperhaltung. Über die Notwendigkeit der Armstreckung sind wir uns hoffentlich alle einig! Wo es aber dennoch zu individuellen Auslegungen kommen kann, ist die tiefe der Strecklage. Gleiten die Hände flach unterhalb der Wasseroberfläche, oder doch lieber zwei Handbreit tief darunter? Wird die Brust etwas nach vorne geschoben, oder eher flach knapp unter der Wasseroberfläche liegend Richtung Beckenboden zeigend? Zudem wohin zeigen die Fingerspitzen, eher nach vorne, oder leicht nach außen, oder zeigen gar die Handinnflächen zueinander?

Wenn die individuell beste Wasserlage (ändert sich natürlich auch im Laufe des Erwachsenwerdens) gefunden ist, haben wir schon die halbe Miete eingefahren.

Nächste Woche geht es dann weiter, mit den Tipps zur Hand-, Arm- und Beinbewegung.

 

 

 

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