Waspo 98 gibt Champions League Finale zurück

Erstellt von Lars Schwarz |

Das Finalturnier der Champions League wird nicht in Hannover zur Austragung kommen. Foto: Matthias Beckonert

Über der Veranstaltung hatten schon seit Monaten dicke Fragezeichen gestanden, nun ist es offiziell: Der deutsche Wasserball-Meister Waspo 98 Hannover wird das vom 3. bis 5. Juni anstehende und nach Hannover vergebene Final Eight der Champions League nicht ausrichten und an den Europäischen Schwimmverband LEN zurückgeben, wie die Niedersachsen gegenüber Medienvertretern jetzt bekanntgaben. Waspo 98 war bereits 2019 im heimischen Stadionbad mit spektakulären Impressionen Ausrichter der weltweit bedeutendsten Veranstaltung im Vereinswasserball gewesen, doch eine Neuauflage unter den zum Teil massiven Corona-Auflagen wird es nicht geben. Als Ersatzausrichter steht mittlerweile Serbiens Hauptstadt Belgrad in den Startlöchern. Wie zu vernehmen war, hatte der Verein angesichts der Problematiken schon seit Dezember mit der LEN Gespräche geführt. Zum finalen Knackpunkt neben der fehlenden Attraktivität einer komplett zuschauerlosen Veranstaltung bei weiterhin hohen Kosten wurden die hohen Anforderungen für das umfangreiche Hygienekonzept, das eine aufwendige „Blase“ gleich für acht Mannschaften und die Offiziellen vorgesehen hätte. Hierfür wären nach Einschätzung der Waspo98-Verantwortlichen mindestens 200 Helfer vonnöten gewesen, was von Vereinsseite allein nicht zu schaffen gewesen wäre. „Das ist keine Entscheidung des Herzens, sondern des Kopfes“, erläuterte Trainer und Mäzen Karsten Seehafer die Entscheidung gegenüber Medienvertretern. Die Entscheidung kam wenig überraschend, wurde in der Szene bei allem Verständnis trotzdem bedauert: Das Final Eight der Champions League mit seinen weltweiten Fernsehbildern zählt neben den beiden Schwimm-EMs zu den drei größten Schwimmsportveranstaltungen in Europa. Die Bilder der 2019er-Veranstaltung mit den temporären Tribünen im Stadionbad und der dortigen Boxring-Atmosphäre bleiben den Anwesenden unvergessen und hatten dem deutschen Wasserball auch einiges an Renommee verschafft. Doch für 2021 wäre wohl nur eine Veranstaltung ohne Zuschauer möglich gewesen. In der vergangenen Saison hatte die LEN mit dem Anbruch der ersten Corona-Welle die Champions League nach dem zehnten Hauptrundenspieltag zunächst unterbrochen und später dann sämtliche Europapokalwettbewerbe komplett abgesagt, darunter auch das damalige Final Eight in Recco (Italien). Mit gravierenden Folgen rechnen die Verantwortlichen des LSN-Vertreters nicht: Zwar hatten die Niedersachsen seitens der LEN eine Zusage zur Ausrichtung gehabt, jedoch noch keinen Ausrichtervertrag unterschrieben. Mit der Rückgabe der Veranstaltung verliert der deutsche Meister jedoch den für den Ausrichter garantierten Endrundenstartplatz des diesjährigen Wettbewerbs. Diesen kann der deutsche Meister allerdings beim letzten Hauptrundenturnier in Budapest (Ungarn) als derzeitiger Tabellenvierter der Gruppe B auch aus eigener Kraft erreichen, wobei in der Endtabelle genau jener vierte Platz gefordert ist. In Sachen Ausrichtersuche scheint die LEN derweil anderweitig fündig geworden zu sein und dürfte damit nicht auf die zwischenzeitlich bereits in den Medien kursierende Verlegenheitsoption Ostia (Italien) angewiesen sein. So soll das Final Eight nach übereinstimmenden Meldungen für 2021 und auch die beiden nachfolgenden Jahre jeweils in Belgrad stattfinden, das zuletzt 2013 diese Veranstaltung beherbergt hatte. Eine Suche unter den aktuellen Wettbewerbsteilnehmern war angesichts der hohen Kosten und Auflagen erfolglos geblieben, so dass bereits eine Austragung unter LEN-Regie im Leistungszentrum des Italienischen Schwimmverbandes angedacht worden war, das in der laufenden Saison bereits die drei Turniere der Gruppe A beherbergt.

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