TrainerInSportdeutschland

Erstellt von Lars Schwarz & Ina Schulz | | Berichte/News/Termine

Die Stärkung des Trainer/innenamtes im Sport steht im DOSB ganz oben auf der Agenda. Bis 2026 sollen einige ambitionierte Ziele erreicht werden, die das gesellschaftliche Ansehen der Übungsleiter/innen stärken.

Trainer/innen sind das Bindemittel eines Vereins. Sie vernetzen die administrative Leitung einer Sportorganisation mit ihren Mitgliedern und sorgen für ein positives Miteinander im Sport. Trainer/innen sind Vorbilder für die jüngsten Nachwuchsathlet/innen und gleichzeitig gefordert, wenn es um die Organisation einer Mannschaft oder die Meldung der Sportler/innen für Wettkämpfe geht. Die Bewältigung all dieser Aufgaben verläuft meist abseits der Öffentlichkeit und geht in den meisten Fällen ehrenamtlich über die Bühne. Dabei hat ein/e Trainer/in mitunter eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe: Die Erziehung der Jüngsten anhand der gesellschaftlichen Werte und somit einen starken Einfluss auf die Entwicklung unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Der DOSB hat es sich nun zum Ziel gemacht, den Stellenwert der Trainer/innen in unserer Gesellschaft zu erhöhen und die Wertschätzung der Übungsleiter/innen zu stärken. „Bis zum Jahr 2026 verfügen alle Sportarten im Sportvereinssystem über eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Trainer*innen.“, heißt es in der Ausschreibung. Dies soll mithilfe einiger Leitlinien funktionieren, die unter anderem eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und vereinfachte Zugangsmöglichkeiten zum Engagement als Trainer/in für alle Zielgruppen vorsehen. Zudem möchte man ein attraktives Berufsbild „Trainer/in“ auf den Arbeitsmarkt bringen und die Arbeit der Übungsleiter/innen zum Forschungsgegenstand machen. Diese und einige weitere Punkte werden mit dem DOSB-Projekt „TrainerInSportdeutschland“ bearbeitet.

Mit dem Anstoß zur zweiten Runde wurden Akteur*innen und Prozesse am 29.04.2021 in Form einer Onlinetagung miteinander verknüpft, so dass von- und miteinander gelernt werden konnte. Dies geschah in interaktiven Workshops, wobei der Blick gezielt auf die laufenden Trainer*in-Projekte gerichtet wurde.

Im Workshop „Vernetzung unter Trainer*innen – Aufbau einer Community“ stellten Ina Schulz (LSN-Leistungssportreferenten) und Daniel Ringleb (Deutscher Tischtennis-Bund) ihre Herangehensweisen für den Aufbau einer Community vor.

Hauptanliegen im Projekt des LSN (Wissen motiviert!Wissen stärkt!Wissen hebt hervor!), welches gemeinsam mit dem LSB Nds umgesetzt wird, ist es, einen nachhaltigen Wissenspool aufzubauen und die Kommunikation unter den haupt- und nebenberuflichen Trainer*innen systematisch zu verbessern. Dabei dient der Austausch als Motivation für die alltägliche Arbeit und stärkt insbesondere das Bild unserer nebenberuflichen Trainer*innen in deren Umfeld. Für die Etablierung eines nachhaltigen Wissenspools wurde sich für das „Padlet“ in Kombination mit Videokonferenzen entschieden.

Entscheidend für die Akzeptanz und spätere Beteiligung bei den Trainer*innen ist, dass die Trainer*innen von Beginn an in den Prozess eingebunden und ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden. Es wurde in der Gesprächsrunde mehrfach betont, dass es für den Aufbau einer Community Regelmäßigkeit sowie einen Mehrwert für die User*innen braucht. Auch die Bekanntmachung untereinander (bspw. bei Präsenzveranstaltungen) hilft, um eine Vernetzung der Trainer*innen herzustellen und die Anonymität im digitalen Raum aufzubrechen. In der anschließenden Diskussion stand insbesondere der Punkt Community Management im Fokus. Denn es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass mit dem Aufbau einer Community immer fortlaufende Aktivitäten und verfügbare Ressourcen im Verband für die Rolle des Community Managers einhergehen. Diese Veränderungen müssen sowohl von ehrenamtlichen als auch hauptamtlichen Personen berücksichtigt werden. Erst, wenn in allen Ebenen der Mehrwert gesehen und die aktive Beteiligung zugesichert wird, kann langfristig ein lebendiger Austausch in der Community erfolgreich gelingen. Dafür müssen vorab Regeln definiert und Vertrauen mit den User*innen aufgebaut werden. Darüber hinaus ist es wichtig, sich Verbündete (sogenannte Power-User) zu suchen, um gemeinsam die Themen aus der Community zu kommunizieren und Diskussionen anzustoßen.

Als wichtiges Learning kann festgehalten werden, dass eine funktionierende Community oft mehr braucht als Tools und Inhalte. Es braucht eine Kultur des Miteinanders, in der man gerne bereit ist, seine Erfahrungen zu teilen und gemeinsam davon profitieren kann.

Momentan befindet sich der LSN in der verbandsinternen Nutzungsphase, in der eine Kick Off Veranstaltung in Form einer Schulung stattgefunden hat und den Landestrainern aktuell alle 4 – 6 Wochen eine gemeinsame Videokonferenz angeboten wird, um an dem Projekt gemeinsam weiter zu arbeiten, Ideen auszutauschen und Feedback zu geben.

Wir können jetzt schon festhalten, dass die Plattform Padlet eine neue Möglichkeit innerhalb des Verbandes darstellt, um einfacher zu kommunizieren, in dem mit wenigen Klicks Videos hochgeladen, Studien geteilt und weitere nützliche Informationen schnell und auf einem technisch einfachen Weg im Rahmen der Ressourcenbündelung und des Bildungsverständnisses geteilt werden können.

Im letzten Schritt steht die Evaluation des Projekts an, in der eine Fragebogenerhebung wiederholt wird und zusammen mit einem Projektbericht abgeschlossen und auf weiteren Fortbestand geprüft wird.    

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