Politik zum Handeln aufgefordert

Erstellt von Lars Schwarz | | Berichte/News/Termine

Der LSN hat Forderungen zur Schwimmausbildung formuliert, die heute an Kultusminister Tonne herangeführt wurden. Dabei geht es um nichts geringeres als den Erhalt der Schwimmfähigkeit unserer Gesellschaft.

„Alle Kinder lernen lesen“ heißt es im Refrain des berühmten Kinderlieds von Wilhelm Topsch. Lesen ist also neben Schreiben als Grundfähigkeit des gesellschaftlichen Lebens anzusehen und wird dementsprechend bereits in Kindergarten und Grundschule vermittelt. Derweil hat das Schwimmenlernen durchaus den Anspruch, ebenfalls als grundlegend für ein unfallfreies Leben in unserer Gesellschaft anerkannt zu werden. Warum aber, erfährt die Schwimmausbildung vor allem in der Corona-Krise nicht die benötigte Anerkennung? Schwimmbäder sind seit nunmehr rund einem halben Jahr geschlossen, und die Schwimmausbildung im Schulunterricht seit einem guten Jahr ausgesetzt. Das hat zur Folge, dass nun bereits der zweite Jahrgang an Nichtschwimmern heranwächst. Mit gravierenden Folgen für die Schwimmfähigkeit unserer Gesellschaft. Dieser erschreckende Umstand wurde heute zum Thema einer Konferenz mit dem niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Die Forderungen des Schwimmverbandes sind dabei klar formuliert: Bäder sollen zum Zweck der Schwimmausbildung geöffnet werden. Da Schwimmen ein Individualsport ist und kontaktlos durchgeführt werden kann, ist das Ansteckungsrisiko als gering einzuschätzen. In der Freibad-Saison ist eine zusätzliche Öffnung der Hallenbäder von Nöten, um die Schwimmausbildung zu gewährleisten. Des weiteren soll die Schwimmausbildung dem regulären Schulsport aufgrund ihrer immensen Relevanz vorgezogen werden. Zusätzlich benötigen „Niedersachsen lernt schwimmen“ und „Niedersachsen schwimmt“ Unterstützung, um Schwimmen auch außerhalb des Schulsports lehren zu können. Projektwochen, wie z.B. ein Schwimmferiencamp sollen dieses Vorhaben fördern. Langfristig bedarf es eines langfristigen Paradigmenwechsels in der Schulsportpolitik, der die gesellschaftliche Anerkennung des Schwimmenlernens deutlich anhebt. Neben diesen Forderungen, hat der LSN aber auch konkrete Hilfe angeboten. Der Verband möchte vor allem bei der Ausbildung der Lehrkräfte, die es für das Schwimmenlernen dringend benötigt, aushelfen, und regt eine Ausbildung von „Hilfsschwimmlehrkräften“ an. Zudem kann der LSN bestehende Ressourcen seiner Trainer/innen und Übungsleiter/innen nutzen, und diese direkt in die Schwimmausbildung integrieren. In diesen Punkten muss sofort gehandelt werden, um weitere Jahrgänge adäquat auszubilden und eine ganze Generation an Nichtschwimmern zu verhindern. Allein schon für das Baden und Plantschen in den Freibädern und Badeseen unseres Landes, ist die grundlegende Schwimmfähigkeit unbedingt notwendig, damit die Zahl der ertrinkenden Kinder und Jugendlichen bei einem Minimum zu halten.

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