Hannover- Bädersanierung gestoppt wegen Neubaus eines Familienzentrums

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Am vergangenen Montag war der Hannoverschen Allgemeine Zeitung zu entnehmen, wie die Hannoveraner Ratsmehrheit im Bezug auf die dringend benötigte Stöckener Badsanierung entschieden hat.

Mit sehr großem Entsetzen hat der Landesschwimmverband Niedersachsen die Pressemitteilung vom 22.03.2021 aus der HAZ wahrgenommen ,,Bäder müssen warten: Ratsmehrheit will Familiensportzentrum“. Dies zeigt uns doch sehr deutlich, dass die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt wurden.

Vorweg ist ganz deutlich festzuhalten, dass wir uns nicht gegen den Neubau des geplanten Familienzentrums eines großen Sportvereins wehren, nur setzen wir uns dafür ein, dass Versprochenes Seitens der Hannoverschen Stadtpolitik auch eingehalten wird. Dazu zählt ganz klar die Verbesserung der Schwimmfähigkeit für die in Hannover lebenden Kinder.

Nachdem bereits der Neubau des Fössebades aufgeschoben wurde ist dies eine weitere negative Entscheidung, eine Entscheidung gegen die Schwimmfähigkeit unserer Kinder.

Die Schwimmflächen in der Landeshauptstadt genügen bei weitem nicht, um allen Grund- und weiterführenden Schulen ausreichend Wasserflächen zu bieten. Ebenso wenig im Nachmittagsbereich, wo in den Vereinen das Schwimmen Lernen hauptsächlich auf der Tagesordnung steht. 

 

Die Nichtschwimmerzahlen waren bereits vor Beginn der Pandemie auch in der Stadt Hannover alarmierend. 60% bei den 10-jährigen wurden bundesweit festgestellt. Hannovers weiterführende Schulen weisen nicht nur vereinzelt deutlich höhere Quoten, so oftmals auch in Hannovers Süden und Südwesten, trotz der Nähe zum Stadionbad und SLZ. 

 

In den vergangenen 12 Monaten waren durch die Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften der Gesundheitsämter nahezu alle städtischen Hallenbäder nicht für die Nutzung durch Schulen und Vereine verfügbar. Allein diese Tatsache wird zu einem weiteren immensen Nichtschwimmeranstieg in den Grundschulen führen. Zudem besitzen die Vereine seit Langem überfüllte Wartelisten, da es keine weiteren, zwingend erforderlichen Wasserflächen gibt. Wenn weiterhin dringend benötigte Fördergelder für die Instandsetzung und Sanierung der Bäder ausbleiben, sind die Aussichten für das Kulturgut Schwimmen katastrophal.

 

Das sichere Schwimmen-Können, wozu die Anforderungen des Schwimmabzeichens in Bronze gehören, stellt eine basale Grundfähigkeit dar, die keinem Grundschulkind verwehrt werden darf und deshalb zugänglich gemacht werden muss. Alle politischen Parteien haben in der Vergangenheit ein klares Bekenntnis zur erforderlichen Schwimmfähigkeit von Kindern abgegeben. Wir fordern die Hannoveraner Ratspolitiker auf, ihr Wort zu halten und mit der Sicherheit der Kinder aufmerksamer umzugehen.

Gleiches gilt selbstverständlich für alle niedersächsischen Städte, Kommunen und Gemeinden. Im letzten Jahr ertranken laut NDR-Meldung vom 09.03.2021, 50 Menschen in Niedersachsen und dies obwohl 5 Monate lang, gar kein Bad besucht werden konnte. Dies lässt düster in die Zukunft blicken, wenn sich nicht schnellstmöglich ein proaktives Handeln seitens der Politik für mehr nutzbare Schwimmlernflächen erkennen lässt. 

 

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