"Handeln der Bäder erst im Notfall" - Bäderallianz und DOSB mit Statement

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Zum Thema Energiekrise und der damit möglicherweise einhergehenden Schließung der Bäder in Deutschland haben sich nun auch die Bäderallianz und der DOSB geäußert.

Torsten Burmester hat es auf den Punkt gebracht: „Der vereinsbasierte und gemeinwohlorientierte Sport ist wesentlich mehr als eine Freizeitaktivität. Er ist unverzichtbarer Teil der sozialen Daseinsvorsorge und erfüllt wichtige soziale und gesundheitsfördernde Funktionen für die Gesellschaft. Dies muss bei allen Entscheidungen zur Gas- und Wärmeversorgung berücksichtigt werden“.

Der Vorstandsvorsitzende des DOSB spricht dabei Vereinen, wie Verbänden und allen weiteren Institutionen, die etwas mit dem Schwimmen zu tun haben, aus der Seele. In einem Statement geht auch die Bäderallianz, ein Zusammenschluss aller Interessensträger der deutschen Bäder, in eine ähnliche Richtung. Zuvor hatte bereits der DSV und auch LSN-Präsident Wolfgang Hein vor der möglichen Schließung und den Folgen für die Schwimmfähigkeit unserer Gesellschaft gewarnt.

Neu sind nun konkrete Handlungsempfehlungen, die DOSB und Bäderallianz in den Schreiben ins Spiel bringen. Oberste Maxime solle dabei bereits eine aus Zeiten der Corona-Pandemie bekannte Maßgabe sein: Der Expert/innenrat der Bundesregierung versicherte damals, dass „die Sicherung der sozialen Teilhabe durch […] sportliche und kulturelle Aktivitäten weiterhin höchste Priorität genießen“ müsse.

Um auch in der Energiekrise diesen Worten folge zu leisten, sei es laut DOSB zwingend notwendig, die Bäder so lange wie möglich offen zu halten. Eine Einschätzung, die sowohl der DSV als auch der LSN und natürlich auch die Vereine voll und ganz unterstützen. Gleichwohl sehen der DOSB sowie die Bäderallianz aber auch die Verantwortlichkeit bei den Bädern und dem gemeinwohlorientierten Sport, sollte es zum absoluten Notfall der Gasknappheit kommen. Ein Notfallplan sieht dabei folgende Schritte vor:

Stufe 1: Abschaltung der hochtemperierten Außenbecken, und ggf. zusätzlich Freibäder unbeheizt bis zum Saisonende weiter betreiben

Stufe 2: Alle freizeitaffinen Becken und Saunen (alles außer Sportbecken und Lehrschwimmbecken) außer Betrieb nehmen

Stufe 3: Wassertemperatur in den verbleibenden Sport-/Lehrschwimmbecken auf 26 °C absenken

Als langfristiges Ziel sieht der DOSB zudem eine Chance, die Sportstätten in Deutschland auf die Versorgung mit regenerativer Energie umzustellen. Potenzial bieten dafür vor allem die Dächer der rund 39.000 Sport- und Tennishallen, die mit Solaranlagen bestückt werden sollten.

Der LSN geht diesen Notfallplan mit. Eine Schließung der Bäder darf dabei jedoch nur das allerletzte Mittel sein, um die Energiekrise zu bewältigen. Denn die Schließung der Bäder wirkt sich direkt auf die Möglichkeit des Schwimmen Lernens aus, wobei Schwimmen als existenzieller Part der kulturellen und sportlichen Teilhabe ist lebensnotwendig ist.

Bild: picture-alliance

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