Drei Ein-Tor-Niederlagen: U17-Wasserballer auf Platz zehn

Erstellt von Wolfgang Philipps | | Berichte/News/Termine

Deutschlands Wasserballer dürften als die Pechvögel der diesjährigen U17-Europameisterschaften in Gzira (Malta) in die Veranstaltungshistorie eingehen. In den sechs Turnierauftritten gab es für den DSV-Nachwuchs der Jahrgänge 2004 und jünger gleich dreimal eine Ein-Tor-Niederlage, wobei das heutige 7:8 (0:3, 1:0, 2:3, 4:2) im abschließenden Spiel um Platz neun gegen Russland die Szenarien der beiden Referenzpartien noch einmal deutlich übertraf: Auf den deutschen Ausgleich drei Sekunden vor dem Ende der Partie folgte noch die Niederlage mit der Schlusssirene!

 

Die deutsche Mannschaft bracht mit Jasper Wiegmann, Finn Grosse, Luk Jäschke, Lajos Lautenbach und Max Spittank erneut gleich fünf Aktive des LSN-Vertreters White Sharks Hannover. Der finale Auftritt wurde unter Flutlicht deutlich von den Abwehrreihen beider Teams bestimmt, wobei die DSV-Auswahl ihrerseits auch die verbliebenen Chancen insgesamt zu wenig nutzte, So schwamm der deutsche Nachwuchs bereits im ersten Abschnitt einem 0:3-Rückstand hinterher und kam in den ersten Spielvierteln lediglich zu drei Treffern. Im dritten Abschnitt gelang der Sekulic-Sieben beim 3:4 (18.) der erstmalige Anschlusstreffer, allerdings zog Russland bis zur letzten Pause wieder auf 6:3 davon, was nach den Momenteindrücken der Partien bereits wie eine Vorentscheidung wirkte. 

 

Die Deutschen kämpften jedoch weiter und erzielten im Schlussabschnitt dann auch gleich vier Tore. Tatsächlich gelang ihnen drei Sekunden vor dem Ende der Partie mit einem Überzahltreffer von Linkshänder Robin Rehm beim 6:6 der erste und einzige Ausgleich der Partie, die der DSV-Auswahl mit dem gut aufgelegten Schlussmann Max Spittank im direkten Anschluss zumindest ein sofortiges Fünfmeterwerfen gebracht hätte. Nach einer postwendenden Auszeit Russlands mit einer entsprechenden Postionisierung der Angriffsreihe ging ein Rückraumwurf an die Torlatte, wobei der Abpraller direkt vor der Nase Egor Emtsevs landete, der aus kurzer Distanz vollstreckte.

 

Das spektakuläre Ende des Platzierungsduells setzte der trotz guter Ansätze unter dem Strich glücklosen Turniervorstellung der DSV-Auswahl auf Malta regelrecht die Krone auf: So hatte es bereits in der Vorrunde eine 8:9-Niederlage gegen Russland gegeben, die der deutschen Mannschaft den zweiten Platz in der Vorrundengruppe C kostete. Zwei Tage später folgte im Überkreuzduell nach einer 9:8-Führung die 9:10-Niederlage gegen die Niederlande, die 3,9 Sekunden vor dem Ende besiegelt wurde und den Sprung unter die besten Acht dieser Titelkämpfe verwehrte. 

 

 

 

Viele knappe Spiele

 

Insgesamt bestach das 16-Nationen-Turnier von Gzira durch ungewohnt viele knappe Resultate, wobei mit Frankreich und der Slowakei zwei langjährige Stammgäste der Veranstaltung diesmal gar nicht erst qualifiziert waren. Überraschen konnte bei den diesjährigen Titelkämpf dafür die Niederlande, die im entscheidenden Überkreuzduell mit knapp 10:9 gegen die am Ende zehntplatzierte DSV-Auswahl siegreich geblieben waren und im weiteren Turnierverlauf auch den Nachwuchs des amtierenden Weltmeisters Italien gleich zweimal schlagen konnten. In den unmittelbaren Vorbereitung hatte es sogar einen Sieg über den späteren Bronzemedaillengewinner Ungarn gegeben.

 

Deutschland Nachwuchs kam trotz der Ein-Tor-Niederlagen zumindest noch unter die besten Zehn des ungewöhnlich ausgeglichenen Turnieres, wobei es dem aktuellen Jahrgang trotz guter Ansätze in entscheidenden Szenen wiederholt an spielerischer Erfahrung mangelte. Während die Akteure der U20-Auswahl vielfach noch im Männerbereich in der Bundesliga oder sogar international zum Einsatz gekommen waren, hatte es im U17-Bereich coronabedingt massive Streichungen im Spielbetrieb gegeben, und bereits 2019 war auch die U15-EM nicht besucht worden. Die Mehrzahl der Aktiven darf auf die U19-EM des Jahres 2022 hoffen und dort unter dann vielleicht konstanteren Bedingungen noch einmal ihr Können zeigen.  

 

 

 

 

U17-Europameisterschaften 2021 in Gzira (Malta)

 

Spiel um Platz 9

 

Deutschland - Russland 7:8 (0:3, 1:0, 2:3, 4:2)

 

Deutschland: Max Spittank – Finn Grosse, Finn Taubert, Sascha Wolf, Cesare Karl Mancini 2/1, Emmanouil Petikis, Jasper Wiegmann 1, Till Hoffmann, Luk Jäschke 1, Mark Dyck 1, Lajos Lautenbach, Robin Rehm 2 und Phil Dörrenhaus. Trainer: Milos Sekulic

 

Persönliche Fehler: 9/14

 

 

 

 

Resultate 7. Spieltag (Platzierungsspiele)

 

Sonnabend, den 18. September 2021

15:00 Weißrussland – Türkei 12:19 (4:5, 1:8, 4:3, 3:3) - Spiel um Platz 15

16:30 Ukraine – Malta 4:12 (2:2, 0:2, 1:4, 1:4) - Spiel um Platz 13

18:00 Georgien – Rumänien 9:10 (4:2, 1:5, 2:1, 2:2) - Spiel um Platz 11

19:30 Deutschland – Russland 7:8 (0:3, 1:0, 2:3, 4:2) - Spiel um Platz 9

 

Spielstätte: Tal-Qroqq Sport Complex, Trig Maria Teresa Spinelli, Gzira 1712, Malta

 

 

 

 

 

Endstand

 

1. Serbien

2. Griechenland

3. Ungarn

4. Spanien

5. Montenegro

6. Kroatien

7. Niederlande

8. Italien

9. Russland

10. Deutschland

11. Rumänien

12. Georgien

13. Malta

14. Ukraine

15. Türkei

16. Weißrussland

 

 

 

 

Ehrenpreise

 

Bester Spieler: Viktor Urosevic (SRB)

Bester Torhüter: Viktor Gyapjas (HUN)

Torschützenkönig: Akos Nagy (HUN)

 

 

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