Der Breitensport im LSN - Lehrerfortbildungen und vieles mehr

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In den nächsten Wochen wollen wir in einer zweiteiligen Interviewserie auf die Lehrerfortbildungen blicken, die der LSN momentan umsetzt. Dazu sprechen wir zunächst mit unserem Vizepräsident Breitensport Matthias Michaelsen über die Arbeit des Fachausschusses und die Inhalte der Fortbildungen.

Hi Matthias, du bist im LSN für den Breitensport verantwortlich, kannst du uns einen kurzen Überblick darüber geben, was zur Arbeit des Fachausschusses gehört?

Hallo Lars! Ganz genau genommen, ist das Resort ja mit "Breiten-, Schul- und Gesundheitssport" betitelt. Damit wird schon etwas deutlicher, worum es geht :-) In diesem Fachausschuss, geleitet von Ute Göttsche aus Hildesheim, sammeln wir Ideen zum Schwimmenlernen, wir planen Fortbildungsveranstaltungen und führen sie durch und versuchen dabei die vielfältigen Bewegungsangebote des Schwimmens, die u. U. noch nicht so bekannt oder nachgefragt sind (Babyschwimmen, Aquafitness, Aquaball, ...) aufzunehmen und das Augenmerk der Vereine darauf zu lenken.

Wie gestaltet sich dabei deine Arbeit als Vizepräsident Breitensport?

Als Vizepräsident gebe ich dann das, was im Fachausschuss thematisiert wird und von den Vereinen an uns herangetragen wird, ins Präsidium. So sieht es auch mit dem Schulschwimmen aus, für welches in Deutschland ja besondere Regelungen des Kultusministeriums gelten. Hier sind wir als LSN in der letzten Zeit gefragter Gesprächspartner gewesen und hoffen, das auch in Zukunft bleiben zu können. Außerdem gilt es natürlich Absprachen mit dem LSB oder der Politik zu treffen, wie bei dem aktuellen Projekt „Startklar in die Zukunft“ und somit Gelder zu generieren, die unseren Mitgliedern zu Gute kommen. Glücklicherweise leistet das Team unserer Geschäftsstelle hierbei die Hauptarbeit, denn ganz alleine wäre das eine Überforderung für mich.

Gerade im Moment geht ihr wieder die Lehrerfortbildungen an. Wie wird der LSN hier aktiv?

Die Lehrerfortbildungen, die zurzeit stattfinden, stehen natürlich ebenfalls unter dem Banner des MK, bzw. der einzelnen Regionalabteilungen oder den jeweiligen Kompetenzzentren. Aber, die Vergangenheit hat gezeigt, dass es insbesondere beim Schwimmenlehren und lernen und der Forderung nach einem qualitativ hochwertigen Schwimmunterricht, Experten braucht, die wir im LSN stellen können. Nirgendwo anders gibt es soviel geballte Fachexpertise mit einem so unglaublich großen Erfahrungsschatz aus jahrelanger, teilweise jahrzehntelanger Praxis. Inhaltlich sind es deswegen wir, die die Fortbildungsveranstaltungen zum niedersäschsischen Schwimmlernpass, die gerade jetzt stattfinden, mit Leben füllen. Vermittelt wird dort ein Konzept zum Schwimmenlernen in heterogenen Gruppen, was in der Schule zumeist immer der Fall ist und manchmal in krassem Gegenteil zu den Schwimmlerngruppen in unseren Vereinen steht.

Man sollte meinen, dass das Studium eines Sportlehrers auch die Schwimmausbildung umfasst. Wieso ist dann die Fortbildung der Lehrkräfte trotzdem von so essentieller Bedeutung?

Ich stimme Dir zu, dass das eigentlich ein Muss sein sollte. Zu der Zeit als ich mein Examen als Sportlehrer abgelegt habe (2005), war es übrigens keine Pflicht Schwimmen zu belegen. Ob sich das bis heute geändert hat, weiß ich gar nicht. Sicher ist jedoch, dass die Hochschulen es alle sehr unterschiedlich handhaben. Nicht überall findet eine allumfassende Grundausbildung statt, so dass manche Lehrkräfte nur sehr wenig Erfahrung in dieser Sportart haben. Auch stellen wir in der Schulschwimmpraxis immer wieder fest, dass Sportfachkonferenzen Leistungskataloge aufstellen, dass bestimmte Strecken in vorgegebenen Zeiten geschafft werden müssen oder eine bestimmte Weite getaucht werden muss, um diese oder jene Note zu erhalten. Wie man eine Schwimmtechnik erlernt und welchen Lehrweg man beschreiten kann, wird oftmals nicht diskutiert. Gerade deshalb möchten wir den Lehrkräften Ideen zur Unterrichtsgestaltung mitgeben.

Wo werden die Lehrer und Lehrerinnen dann tätig? Geht es nur um die Grundschulen?

Die Anzahl Derjenigen, die sich bereits an einer weiterführenden Schule befinden und immer noch Nichtschwimmer oder keine sicheren Schwimmer sind, steigt leider stetig. Die fehlende Grundausbildung ist somit kein Problemphänomen der Grundschulen mehr. Aber das Erlernen der unterschiedlichen Schwimmarten, worauf in der Sekundarstufe I ein Fokus liegen sollte, wird dadurch merklich erschwert.

Welche Inhalte vermittelt ihr in den Fortbildungen?

Für den Primarbereich steht natürlich das sichere Schwimmen im Vordergrund. Das kann nur schaffen, wer eine lohnende Wassergewöhnung und -bewältigung durchläuft, so dass man angstfrei unter Wasser ausatmen und sich orientieren kann. Danach stehen die Grundfertigkeiten Atmen, Tauchen, Gleiten Rollen, Drehen, Springen und Fortbewegen im Mittelpunkt. Viele Schulen legen ihren Unterrichtsfokus leider noch zu stark auf die Abnahme der „klassischen“ Schwimmabzeichen Seepferdchen, Bronze, Silber und Gold und vernachlässigen die Wassergewöhnung. Das wollen wir in Zukunft ändern.

Vielen Dank für diesen ersten Einblick in die Lehrerfortbildungen. Nächste Woche wollen wir einen Blick auf die Entwicklung des Schwimmenlernens werfen und auf die aktuelle Situation in den Schulen blicken.

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