Niedersachsen lernt Schwimmen

Erstellt von Dennis Yaghobi | | Startseite

Das Erfolgsprojekt neigt sich dem Ende zu, das ist schade, denn es bleibt immer noch viel zu tun. Deshalb setzen sich die beiden LSN-Präsidenten Wolfgang Hein und der VP Breitensport, Wolfgang H.R. Schlüter, für eine Fortsetzung des Projektes ein.

Mit dem Ziel die Schwimmfähigkeit in ganz Niedersachsen deutlich zu verbessern, startete 2016 das Gemeinschaftsprojekt der DLRG Niedersachsen, der Sportjugend Niedersachsen und dem Landesschwimmverband Niedersachsen, gefördert durch die Lotto-Sportstiftung Niedersachsen und dem Niedersächsischen Kultusministerium, "Niedersachsen lernt Schwimmen".

Anlässlich des auslaufenden Projektzeitraumes veranstaltete die Sportjugend Niedersachsen eine Abschluss-Pressekonferenz, bestehend aus den drei Projektverbänden (DLRG, SJN und LSN), sowie Vertretern der Lotto-Sport-Stiftung und des Kultusministeriums, Politikern aus Stadt und dem Landkreis Göttingen, Vorsitzende des SSB und KSB Göttingen. Zudem waren unsere zwei großen Vereine aus Göttingen, ASC und TWG, ebenfalls vertreten und beteiligten sich an den Diskussionen und Pressegesprächen.

Unser LSN Präsident, Wolfgang Hein, fasste die Umsetzung des Projektes unsererseits faktisch zutreffend aber auch mit Weitblick zusammen. 

  • Bisher konnten 160 Kurse für LSN-Vereine abgerechnet werden
  • davon waren 83 Seepferdchenkurse
  • 77 Bronzekurse
  • es wurden knapp 1600 Menschen zum Schwimmen Lernen motiviert
  • dabei haben 831 unser Hauptziel mit dem Erreichen des Bronzeabzeichens erreicht

Ganz besonders herauszustellen ist aber der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund mit knapp 24% aller Beteiligten an diesem Projekt. Welches ein klares Zeichen unserer Vereine ist, dass Integration vorgelebt und unterstützt wird. 

Besonders lebhaft wurde die Diskussion, als es um die Bädersituation und auch den demografischen Wandel ging. 

Wolfgang Hein, merkte an, dass das Bädersterben zwar abgenommen habe, dennoch die Situation für die Schwimmsport treibenden Vereine nicht leichter werde. Es seien bei weitem nicht genügend Wasserzeiten vorhanden, um die Versäumnisse der Eltern wieder gut zumachen. Hierin waren sich alle Diskussionsbeteiligten einig:,,Schwimmen Lernen sollte immer noch etwas sein, was vom Elternhaus her gefordert und auch gefördert werden sollte!".

Zustimmung erfuhr Hein, nicht nur seitens DLRG sondern auch vom Vertreter des Niedersächsischen Kultusministerium, Thomas Casten.

Diese Verantwortung allein auf die Schulen abzuwälzen sei nicht realistisch, wenn man sich allein die Bädersituation auf dem Lande anschaut. So gab es noch in den 60er/70er Jahren an jeder neugebauten Grundschule auch ein Lehrschwimmbecken. All diese wundervoll hilfreichen Einrichtungen, sind dann im Laufe der Zeit den leeren Kassen der Kommunen zum Opfer gefallen. 

Das Resultat hieraus sind die viel weiteren Fahrtwege der Schulen, somit auch viel weniger Zeit für den praktischen Unterricht und natürlich produziert dies auch wiederum zusätzliche Kosten.

Hinzukommend, stellte Herr Castens(Referatsleiter Niedersächsisches Kultusministerium) eine weitere Problematik dar. Es gäbe immer weniger Sportlehrkräfte und noch weniger mit dem Fachbezug zum Schwimmsport. Deshalb würde er es sehr begrüßen, wenn dieses großartige Projekt "Niedersachsen lernt Schwimmen" fortgeführt werden könnte. 

Im Laufe der weitergeführten Diskussion konnte der LSN-Präsident auch noch mit einem Vorurteil aufräumen, welches im Lande kursiert. 

Es wurde beispielhaft die Entwicklung Situation der Bäderlandschaft im ländlichen Göttinger Raum dargestellt. Zwei schlecht besuchte Bäder werden geschlossen um ein neues Erlebnis(Spaß-)bad zu eröffnen. Dieses wird gut besucht, so dass man annehmen würde, dass sich dieses Freizeit orientierte Bad doch sicherlich mehr rentieren dürfte als ein nicht gut besuchtes Schwimmbad.

Hierauf erwiderte, Wolfgang Hein, dass ein übliches Schwimmbad in etwa mit 300.000-600.000€ Defiziten zu planen sei. Ein Spaßbad schlägt aber mit rund 1,8 Millionen € Defizit zu buche, da alle 5 Jahre Neuerungen vorgenommen werden, um den Besucherzustrom aufrecht zu erhalten, was wiederum hohe Investitionskosten bedeute. Somit rechne sich ein Erlebnisbad nicht. 

Vor Allem im Hinblick auf die Möglichkeit Schwimmen zu lernen und ebenso wirklich Schwimmsport zu praktizieren, eignen sich diese spaßbetonten Einrichtungen nur begrenzt, da sie auch hohe Eintrittspreise bzw. Bahnenmieten verlangen.

Weitere Projekte aus den Reihen des LSN wurden erwähnt, die allesamt das Schwimmen Lernen zum Hauptthema haben:

1. Niedersachsen schwimmt- unser Grundschulwettbewerb seit 2008- hat eine sehr geringe Teilnahmeschwelle, welches die Wassergewöhnung und -bewältigung mit einbezieht und somit nahezu jedes Kind aus der Grundschule zum Mitmachen animieren kann.

2. Schwimm Gut- Dieses Zertifkat für Vereine welche Schwimmunterricht nach den Vorstellungen des LSN praktizieren, können nach einem kurzen Antragsverfahren erhalten werden. Die LSN-Geschäftsführerin, Dorte Ewert und Vizepräsident, Wolfgang H.R. Schlüter haben im laufenden Jahr schon einige dieser begehrten Zertifkate überreichen dürfen. Wir hoffen auf viele folgende im kommenden Jahr.

3. Swim2go- Ein Handbuch geeignet für den Schwimmunterricht, egal ob für Vereine oder Schulen. Die Stundenkonzepte sind auf vorteilhaften Steinpapier abgedruckt, welches auch bedenkenlos an den beckenrand gelegt werden können und bieten einen roten Faden für das Schwimmen Lernen mit Anfängergruppen.

Im Nachgang der Diskussionsrunde fanden noch viele Gespräche unter den Teilnehmern statt, mit der grundsätzlichen Essenz, dass alle Beteiligten weiter machen wollen. Weiter machen den Schwimmsport wieder zum "Volkssport" zu machen, alle in Deutschland Lebenden dazu zu bringen zumindest die Fertigkeiten für das Erlangen des Bronzeabzeichens zu schaffen und dem Bädersterben Einhalt zu gebieten.

Frank-Michael Mücke(Sportjugend Niedersachsen) wies während seiner lebhaften Moderation daraufhin, dass es weiterhin möglich ist bereitgestellte Mittel für den Sportstättenbau oder der Bestandssicherung abzurufen. Näheres hierzu lässt sich hier nachlesen, bzw. erfragen:

www.lsb-niedersachsen.de/lsb-themen/lsb-sportentwicklung/lsb-se-richtlinien/se-richtlinie-sportstaettenbau/

Beendet wurde die Veranstaltung mit der Hoffnung, dass es mit allen Beteiligten möglich ist, den erfolgreich eingeschlagenen Weg in Sachen Förderung des Schwimmen Lernens, fortführen zu können.

Der LSN und seine Mitgliedsvereine sicherlich ebenso, sind hierzu bereit! Nähere Gespräche zu diesem Thema folgen in den nächsten Wochen.

Wir halten euch auf dem Laufenden!

 

 

 

 

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