Helga Schmidt-Neuber verstorben

Erstellt von Wolfgang Philipps | | Startseite

Olympiaschwimmerin Helga Schmidt-Neuber verstorben

Der niedersächsische und deutsche Schwimmsport trauert um die frühere Rekordmeisterin Helga Schmidt-Neuber. Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb die dreimalige Olympiateilnehmerin in ihrer Heimat am 19. September im Alter von 81 Jahren.

Unter ihrem Mädchennamen Helga Schmidt gewann die Oldenburgerin von 1952 bis 1964 13 Mal in Folge die deutsche Meisterschaft über 100 Meter Rücken. Mit insgesamt 27 deutschen Meistertiteln war die Rückenspezialistin lange Jahre gemeinsam mit Ursel Brunner (Heidelberg) und Heike Hustede (Osnabrück/Darmstadt) erfolgreichste Schwimmerin auf der nationalen Bühne. Zu den drei Olympiastarts und zwei EM-Teilnahmen kamen ferner 40 deutsche Rekorde und auch 31 Länderkämpfe.

Größter internationaler Erfolg war der vierte Platz über 100 Meter Rücken bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne, als die Oldenburgerin in 1:13,4 Minuten die Bronzemedaille nur um 0,3 Sekunden verpasste. Obwohl die Rückenspezialistin sowohl bei den nachfolgenden Spielen 1960 in Rom wie auch 1964 in Tokio jeweils schneller schwamm als im 1956er-Finale, schied sie allerdings jeweils im Vorlauf aus. Bei den beiden ersten Nachkriegs-Europameisterschaften mit deutscher Beteiligung gab es 1954 in Turin und 1958 in Budapest auf ihrer Spezialstrecke als Fünfte und Sechste dagegen jeweils Finalauftritte.

Während ihrer Schul- und Studienzeit war Schmidt für den Oldenburger SV aktiv, wechselte 1961 wie später noch viele Topakteure jener Tage in den Süden der Republik zum TSV 1846 Mannheim und 1964 schließlich zum Karlsruher SV Neptun 1899. Nach dem Karriereende 1967 verzeichnete die studierte Werbegraphikerin bis an ihr Lebensende zahlreiche Ausstellungen als Künstlerin.

Helga Neuber erinnerte sich gerne an ihre bis zur Geburt des ersten Kindes anhaltende sportliche Karriere, die auch in der Öffentlichkeit viel Beachtung fand: „Das Schwimmen gelernt habe ich erst mit zehn Jahren im alten Oldenburger Huntebad: Dort entdeckte mich auch mein späterer Trainer Karl Gutsche und holte mich in den OSV“, wie sie in einer Rückschau berichtete. Tägliches Training stand schon damals auf dem Programm, wobei die Bedingungen jedoch drinnen wie draußen alles andere als optimal waren: „Wenn [im Freibad] das Wasser 18 Grad warm war, war das schon etwas Besonderes. Im Winter stand nur das kleine Hallenbad an der Huntestraße mit der zwölf Meter langen Bahn zur Verfügung”, schilderte die Rekordschwimmerin ihre Erinnerungen an die Oldenburger Zeiten.

Geehrt für ihre sportlichen Leistungen wurde die Ausnahmeschwimmerin von offizieller Seite schon 1960 mit dem Silbernen Lorbeerblatt, und auch die Aufnahme in das damals neue Ehrenportal des niedersächsischen Sports erfolgte 1988 ebenfalls frühzeitig.

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