Kein Titel
12.10.2011, 11:01,
Von: Heide Schriever, WF Holzminden,
Die Landesjahrgangsmeisterschaften in Osnabrück liegen jetzt seit drei Tagen hinter uns – wir wollten die Eindrücke erst einmal sacken lassen. Aber selbst mit etwas Abstand sind wir immer noch fassungslos, wenn wir an diese Veranstaltung denken, auf die unsere Kinder den ganzen Sommer hintrainierten und zu der sie hoch motiviert anreisten.
Als wir nach zweistündiger Anreise um 8.15 am Samstagmorgen zum Nettebad kamen, standen wir in einer langen Menschenschlange, was uns zunächst nicht erschreckte. Da ahnten wir ja noch nicht, dass dieser Menschenauflauf exemplarisch für die gesamte Veranstaltung sein würde.
Wer nicht selbst dabei war, kann sich die Zustände innerhalb des Bades nicht vorstellen! Niemand hätte sich wundern dürfen, wenn plötzlich die Veranstaltung durch eingeschaltete Behörden abgebrochen worden wäre! Es ist absolut unverantwortlich, ein für 1000 Menschen zugelassenes Bad derartig überzubelegen. Allein der Gedanke „Was ist, wenn hier irgendetwas passiert?“ ließ uns schon schaudern. Aktive, Betreuer, Kampfrichter mussten sich bei hohen Temperaturen auf engstem Raum aneinander vorbei drücken! Stühle standen so dicht, dass man teilweise nicht mehr vorbei kam, und für den Weg zum Start mussten die Kinder viel Zeit einplanen, um sicher zu sein, dass sie überhaupt rechtzeitig an der Startbrücke ankamen! Wenn man sich nun noch vor Augen führt, dass die Wettkampftage von 9.30 - 19.00, bzw. 18.00 Uhr dauerten (eine Betreuerin eines anderen Vereins benutzte z.B. das Wort „Jugendamt“ mit Blick auf die Dauer des KMK – das mag ein bisschen krass sein, aber mit dem Begriff „kindgerecht hatte all das nichts mehr zu tun!), kann man sich vor den trotzdem erbrachten Leistungen und der Geduld der Kinder nur ganz, ganz tief verneigen! Selbiges gilt aus unserer Sicht auch für die Kampfrichter, denen wir an dieser Stelle unseren ausdrücklichen Dank für ihre Geduld und Ausdauer aussprechen möchten.
Eine Landesmeisterschaft sollte auch für die jungen Schwimmer ein Highlight sein. Auch von ihnen kann man schon ganz großen Sport sehen. Auf Zuschauer kann man allerdings bei den oben geschilderten Bedingungen eher nicht hoffen. So etwas schreckt jeden ab, der nicht direkt beteiligt ist! Wie ist es außerdem zu erklären, dass eine Bezirksmeisterschaft mit elektronischer Zeitmessung, eine Landesmeisterschaft aber mit Handzeitmessung durchgeführt wird (hier fiel von Seiten eines Trainers sehr treffend der Begriff „Dorfveranstaltung“)? Auf Protokolle musste man besonders am ersten Wettkampftag lange warten, und die Daheimgebliebenen saßen abends lange vor ihren PCs, bis endlich die Protokolle online waren.
Unter dem Strich bleibt aber v.a. die große Frage nach der Sinnhaftigkeit der terminlichen und räumlichen Zusammenlegung der LJM und des KMK. Vielleicht war es ja nicht abzusehen, dass so viele Meldungen eingehen würden und damit eine viel zu beengte Massenveranstaltung entstehen würde… Dann wird es für die nächsten Jahre sicher eine andere Lösung geben, die dem Stellenwert einer Landesmeisterschaft gerecht wird.
Im Moment ist es einfach sehr schade, dass all die Mühe und Zeit, die sicher in der Organisation und Durchführung einer solchen Veranstaltung stecken, von so gravierenden Missständen überschattet werden.
Heide Schriever & Sylvia Loges & Elesebee Bußian
(Mütter von Aktiven der WF Holzminden und des Hamelner SV)
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Kein Titel, von Heide Schriever, 12.10.2011, 11:01
 Re: Kein Titel, von Tessmann Claudia, 24.10.2011, 19:15
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Re: Kein Titel
24.10.2011, 19:15,
Von: Tessmann Claudia, SK Delphin Uelzen e.V: ,
Auch wir haben uns über die Ausschreibung und Durchführung der LJM mit intergration KMK in Osnabrück im nachhinein Gedanken gemacht. Uns stellt sich die Frage: muss den Schwimmern, für die eine LJM etwas Besonderes ist, hart trainiert haben und viel Freitzeit geopfert haben so eine Landesjhrg.meisterschaft zugemutet werden? Hat diese Veranstaltung überhaupt das Recht Landes-jhrg.meisterschaft genannt zu werden?
Liebe Heide, ihr sprecht unseren Schwimmern, Trainern und Betreuern aus der Seele. Deswegen möchten wir dem nicht viel hinzufügen.
Auch war es für die Schwimmer wieder mal - wie im Frühjahr - enttäuschend nach einem fast 9 Stündigen Wettkampftag keine Medallien zu erhalten. Liebe LSN Mitglieder und Ausrichter, zählt und ordert bitte richtig oder tröstet ihr die Schwimmer, die weinend nach Hause fahren, weil sie für ihre Leistung nicht entsprechend geehrt wurden.
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